technikum29 

Museum für Computer- , EDV- und Kommunikationstechnik

Pianola, Kinomaschine und Anderes


Pianola

Unser Museum ist recht vielseitig. Neben der Kommunikations- und Computertechnik haben wir auch einen Leckerbissen der besonderen Art zu bieten: Eine funktionsfähige Pianola, Bj. ca. 1910-15.
Es ist unglaublich, was die Menschen zu dieser Zeit an Wunderwerken bezüglich Musikautomaten entworfen und hergestellt haben. Verwendet wurden dabei nur sehr einfache und natürliche Materialien:
Darmleder, Leder, Gummi, Holz, Knochenleim, Filz, Metall, Papier, Elfenbein und Glas.
Wenn man das sehr geschickt zusammenbaut, entsteht ein Automat, der heute noch hochtechnisierte Menschen zum Staunen und Raunen bringt. Wir zeigen Ihnen vor Ort wie dieses Gerät funktioniert, erklären die Grundlagen der Pianola-Physik und spielen Musikstücke, die kein Pianist spielen kann! Dabei haben Sie bei geöffneter Verkleidung Einblick in die faszinierende Mechanik.

Abbildung der Pianola

Pianola

Kunst im Museum

Das technikum29 animiert zu Tätigkeiten, welche mit Preisen ausgezeichnet werden. Wie das?
Ein junger Künstler, Leander A. Schwarzer, verzaubert teils alltägliche Gegenstände zu Kunstwerken. So hat der studierte Künstler Bilder aus zusammengenähten Reißverschlüssen entwickelt, die man durch Öffnen oder Schließen von einzelnen Reißverschlüssen selbst beeinflussen kann.
Der Besuch von Leander A. Schwarzer im technikum29 hat ihn zu neuen Ideen animiert: Lochkarten, heute reine Nostalgie, waren einst Daten- und Programmträger für Maschinen und Computer. Sie beeinflussten die Industrialisierung maßgebend.
Zunächst entstand das "Terzett", 3 Lochkarten mit den irreversibel eingestanzten Texten:

Bild1: 3 Lochkarten mit Text

ANOTHER WORLD IS POSSIBLE
IMPOSSIBLE IS NOTHING
IMAGINE ALL THE PEOPLE
Leander Schwarzer

Bild2: Leander Schwarzer im technikum29 beim Stanzen von Lochkarten an einer IBM Maschine

Diese Karten wurden im Abstand von ca. 1-2cm vor eine Wand gehängt. Die Sonnenstrahlen warfen Schatten des ausgestanzten und codierten Textes unabänderlich auf die Wand. Das Werk wurde mit einem Preis beim 32. Österreichischem Grafikwettbewerb ausgezeichnet (Innsbruck, 2011).
Nun war Herr Schwarzer motiviert, größere Lochkartenwerke zu gestalten. Dazu hat er tagelang im technikum29 Lochkarten mit Texten aus "Das Kapital" (Karl Marx) gestanzt. Es kamen ein Stapel von mehreren hundert gestanzte Karten zusammen. Damit hat Herr Schwarzer eine viel beachtete Ausstellung "Ein Symbol der Freiheit" in Piacenza (Italien) bestritten. Lochkarten verwandeln hier zeitgenössige Slogans in visuelle Paradoxien, wenn sie in größeren Mengen an der Wand hängen und ihre Schatten werfen.

Musik aus Lochkarten

Bild3: Lochkarten durchlaufen eine "Spieluhr"

In einem anderen Werk: "Fetischcharakter der Ware" werden die Texte von Karl Marx in den gestanzten Lochkarten aneinandergehängt und unter einer Maschine durchgezogen die, ähnlich einer mechanischen Spieluhr, gestanzte Löcher in Töne verwandelt. So entsteht "Das Kapital" als verfremdete Musik in Spährenklängen.
Wir werden dieses Projekt aufgreifen und mit Hilfe optischer Lochkartenleser über einen Microcontroller quasi einen Synthesizer steuern: Die technische Perfektion von Kunst mit historischen Medien.

Kinomaschine

Abbildung der Kinomaschine Dresden 1
Kinomaschine Dresden D1

Auch das gibt es im technikum29: Eine Kinomaschine aus dem Jahre 1951. Weitere Kinomaschinen aus den 30ern stehen aus Platzgründen im Archiv.
Filmvorführmaschinen beinhalten auch eine recht komplexe Mechanik; schließlich musste die helle und weiße Bildausleuchtung mit Hilfe eines Bogenlichtes zwischen zwei Kohlestiften erzeugt werden. Die als Folge der Verbrennung entstehende Hitze wurde durch einen Kamin abgeleitet! Da die Stifte während der Vorführung immer kürzer werden, müssen sie kontinuierlich aufeinander zu driften, damit deren Abstand und damit die Lichtstärke konstant bleibt. Ansonsten erlischt der Bogen und das Kinopublikum dankt es mit lautstarken Protesten.
Diese Maschine werden wir noch reparieren um Ihnen dann einen originalen Wochenschaufilm aus den 60er Jahren vorführen zu können.